18.11.12

79 Minuten Dauerfahren

Kurz nachdem ich im September eine bequemere Radlerhose aus Altenburg nach Leipzig mitgebracht hatte, kam mir der Gedanke, meinen zwei Jahre alten persönlichen Rekord im Dauereinradfahren zu überbieten. Das bedeutet, mehr als 67 Minuten dauernd zu treten und mit den Händen nichts zu berühren, was sich nicht auf dem Einrad befindet. Am Freitag war ein erster, unverbindlicher Versuch auf dem Dreieck von damals misslungen, weil die Wegeverhältnisse ungünstig waren.
Heute war das Wetter ähnlich, wie am Freitag, nur etwas wärmer. Kurz vor 15 Uhr fuhr ich ohne Plan los. Unterwegs entschloss ich mich, ans Elsterbecken zu fahren. So fuhr ich an der Gartenanlage Waldluft vorbei auf die Brücke über die Nahle. Auf der Brücke sah ich viele Menschen auf dem schmalen Weg zwischen Nahle und Luppe wandern. In dieses Gewusel wollte ich nicht hineinfahren und wendete in die entgegengesetzte Richtung und fuhr an der Bahnlinie entlang.


Radroute 1908546 - powered by Bikemap

Kurz danach bog ich nach Süden ab auf einen Weg, den ich bisher nur einmal vor langer Zeit benutzt hatte. Er ließ sich problemlos fahren und für den Fall, dass sich daraus eine Runde für Dauerfahren ergeben sollte, schaute ich auf die Uhr. Sie zeigte 15:17. Am Ende des Weges gelangte ich zum Reiterhof. Auf dem Parkplatz davor ackerten Blechlemminge und der Boden war etwas klebrig, jedoch sicher befahrbar. Schließlich bog ich wieder auf den Weg parallel zur Kleinen Luppe ab und näherte mich der Nahlebrücke. Ich nahm dann die Zeit von der Brückenanfahrt bis zu der Stelle, wo ich 15:17 auf die Uhr gesehen hatte. Damit rechnete ich den Start auf 15:15 zurück und stellte fest, dass ich für das einen Kilometer lange Viereck sechs Minuten gebraucht hatte. Somit fuhr ich 10 km/h.
Das die Runde so kurz war, hatte zur Folge, dass ich manchen Menschen, Hunden und Pferden mehrfach begegnete. Die Ausweichmanöver blieben lange unkompliziert. Nach ungefähr einer halben Stunde tauchte der pudelähnliche Hundesaurier auf, wegen dem ich am 15.10. hatte absteigen müssen. Heute hatte ich Glück. Alle anderen Hunde machten keine Probleme. Nach einer Dreiviertelstunde geriet ich an einer Holperstelle mit dem linken Absatz auf die Kurbel und stand danach mit dem Absatz auf der Pedale. Das ließ sich wieder zurechtrücken. Nach 62 Minuten kam die wohl schwierigste Situation. Auf dem Parkplatz machte eine Gruppe nur zögerlich Platz und durch die Lücke kam eine Radfahrerin entgegen. Die Lücke wurde noch rechtzeitig groß genug. Dann fuhr ich noch eine Runde. Damit waren die 67 Minuten überschritten. Dann fuhr ich noch auf dem Heimweg das Stück bis zur Kreuzung Hans-Driesch-Straße - Friesenstraße durch und verlängerte so die Dauerfahrzeit auf 79 Minuten. Bei 10 km/h entspricht das 13 km. Auf die Dauer war das Sitzen nicht mehr bequem gewesen. Die Hose hatte allerdings nicht gerieben und so genügte das kurze Absitzen zum Überqueren der Hans-Driesch-Straße, dass ich mich danach wieder wohl auf dem sattel fühlte.

Keine Kommentare: